Corona-Krise: Diese Deutschen haben jetzt Geldsorgen

Auch wenn die Stimmung während der Pandemie auf dem Tiefpunkt ist, sind es nicht unbedingt die Finanzen. Nicht allen Deutschen geht es während der Corona-Krise schlechter, manchen sogar besser als vorher. Doch wer ist wie betroffen oder auch nicht? Paigo hat mit einer groß angelegten Online-Umfrage Mitte März 2021 die Deutschen befragt.

Wir fanden heraus: Für rund jeden fünften (!) Deutschen hat sich die finanzielle Situation verschlechtert. Insgesamt hatten wir aber noch dramatischere Zahlen erwartet. Die gute Nachricht ist: Für rund drei Viertel der Bürger hat sich die Situation nicht verändert. Über die Gründe für die Verschlechterung kann man nur spekulieren, sicherlich sind Kurzarbeit oder gar Jobverlust eine Ursache, eventuell auch fehlende Kinderbetreuung oder ein Einstellungsstopp bei Firmen. Die Auswirkungen der Pandemie zeigen sich natürlich auch beim Konsum: Rund 23 % der Deutschen verzichten aufgrund der Corona-Pandemie bewusst und geben weniger Geld aus. Ungefähr 9 % sind in Zahlungsverzug geraten und rund 6,3 % mussten aufgrund der Krise sogar einen Kredit aufnehmen.

 
Etwa 9 % der Deutschen erfreut sich hingegen einer finanziellen Verbesserung – während der Corona-Pandemie hat sich bei ihnen Geld angespart. Grund könnte sein, dass Geschäfte, Restaurants und Museen geschlossen sind, auch auf Urlaubsreisen muss verzichtet werden.  

Grafik finanzielle Situation und größere Anschaffungen


Und wem genau geht es jetzt schlechter?

Es gibt regionale Unterschiede, vor allem in Sachsen und Baden-Württemberg hat fast jeder Vierte finanzielle Einbußen während der Corona-Pandemie erlitten. In anderen Regionen sind Menschen weniger oft negativ betroffen.

Die Krise trifft zudem Frauen härter als Männer. Jede vierte Frau in Deutschland gibt an, sich aufgrund der Corona-Pandemie finanziell einschränken zu müssen. Bei Männern ist es nur rund jeder Fünfte. Besonders deutlich macht sich der Unterschied in Bezug auf berufliche Pläne bemerkbar. Jede vierte Frau musste diese verschieben, hingegen nur rund 17 % der Männer.   

Mit fast 40 % sind Selbstständige extrem häufig von der Pandemie betroffen. Viele dieser Selbstständigen sind freie Kulturschaffende, arbeiten in der Musik-, Event- oder Kunstszene, oder auch als selbstständige Heilpraktiker oder Physiotherapeuten. Aufgrund der Corona-Beschränkungen können sie ihren Beruf nicht ausüben, weil Theater oder Clubs geschlossen sind.  

Sehr häufig sind Studenten von der Corona-Pandemie betroffen. Fast 30 % stehen nun finanziell schlechter da. Viele Werkstudentenjobs oder auch Sommerjobs wurden von Unternehmen gestrichen. Ausfallzahlungen oder ähnliches gibt es hier nicht. Deshalb fahren rund 42 % der Studenten ihre Ausgaben zurück. Die Mehrheit der Studenten, rund 53 %, hat berufliche Pläne verschoben.  

Mehrfach geht es jungen Menschen finanziell schlechter, dass sagen beispielsweise über 22 % der Jugendlichen zwischen 18 und 29 Jahren. Rund 15 % von ihnen sind sogar wegen der Pandemie in Zahlungsverzug geraten und 11 % mussten gar einen Kredit aufnehmen.  

Grafik finanzielle Situation nach Beschäftigungsstatus


Und wem geht es jetzt besser?

Besser geht es den Wenigsten. Insgesamt geht es nur rund 9 % der Deutschen finanziell besser als vor der Pandemie. Vor allem leben diese in Hamburg. Hier geben rund 13% an, dass sich ihre finanzielle Lage verbessert hat. Zum Vergleich, in Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen sind es nur etwa 5 % der Menschen.

Übrigens sagen häufiger Männer als Frauen, dass es ihnen gegenwärtig finanziell besser geht: 14% der Männer stehen haben mehr Geld zur Verfügung, im Vergleich zu nur 7% der Frauen.  

Nicht unbedingt besser, aber immerhin nicht negativ betroffen geht es den Rentnern und Beamten in Deutschland. Hier sind zumindest die Finanzen weitestgehend sicher.  
 

Zur Studie und ihrer Methodik

Basis der Studie ist eine repräsentative Online-Befragung, die Paigo gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey durchgeführt hat. Die Fragen wurden am 17. bis 18. März 2021 erhoben, die Stichprobengröße beträgt 2.500 Personen pro Frage.

Sven Schneider ist Geschäftsführer bei Paigo und arbeitet seit 15 Jahren in führenden Positionen in der Branche. Zusammen mit rund 1.400 Mitarbeitern setzt er sich für Fairkasso ein.