Das können Sie tun, wenn Fremde in Ihrem Namen eingekauft haben

Geben Kriminelle beim Internet-Shopping Ihre Daten ein, wurden Sie Opfer eines Identitätsdiebstahls. Aber alle Welt denkt zunächst, dass Sie über Ihre Verhältnisse eingekauft und nicht bezahlt haben. Nun sollten Sie unverzüglich aktiv werden, um aus diesem Albtraum wieder herauszukommen! 

Frau Schmidt staunte nicht schlecht, als sie den Brief des Inkassounternehmens aufmachte: Sie hätte bei einem Versandhändler im Internet Waren im Wert von mehreren Hundert Euro gekauft und nicht bezahlt, stand dort. Doch Frau Schmidt wusste genau, dass das nicht stimmen konnte. Jemand anderes musste ihre persönlichen Daten benutzt haben. So wie ihr geht es vielen Menschen, denn der Betrug im digitalen Raum nimmt stetig zu. 

Beim Identitätsdiebstahl werden Daten zu betrügerischen Zwecken, wie etwa Internet-Bestellungen unter falschem Namen, Abschluss von Kauf- und Leasingverträgen oder Krediten, sowie Warenkreditbetrug missbraucht. Oftmals reichen den Kriminellen bereits Name, Adresse und Geburtsdatum, um erheblichen finanziellen Schaden anzurichten.  

Doch wie kommen die Betrüger an Ihre Daten? Vertrauliche Dokumente können beispielsweise aus Ihrem Hausmüll stammen, von einem Kontoauszug, dem Lebenslauf, einem Schreiben von der Krankenkasse oder ähnlichem. Eine gängige Methode ist auch Phishing im Internet oder per E-Mail.  

Die Kriminellen hoffen darauf, dass Sie auf betrügerischen Internetseiten Ihre persönlichen Daten eingeben. Gelockt wird mit Gewinnchancen oder einer vorgetäuschten Seriosität. So geben sich Kriminelle beispielsweise per E-Mail als Amazon, PayPal, Ebay oder die Deutsche Telekom aus und bitten „zur Überprüfung“ um die Eingabe von Daten. Diese landen jedoch nicht bei den Händlern, sondern in den Händen der Diebe. Daten werden auch bei Hacker-Angriffen auf Firmen erbeutet. Schadprogramme wie Trojaner könnten Ihre Zugangsdaten ebenfalls abgegriffen haben. 

 

Auf diese 9 Punkte sollten Sie achten 

 

1. Melden Sie sich unverzüglich 

Sie haben einen Brief von Paigo bekommen und bei der im Schreiben vermerkten Firma gar nichts bestellt? Auf keinen Fall sollten Sie den Brief ignorieren. Melden Sie sich so schnell wie möglich bei uns und weisen Sie daraufhin, dass Sie nicht derjenige sind, der die Waren bestellt und erhalten hat. Sie erreichen uns beispielsweise per Kontaktformular. Wählen Sie dort „Betroffener von Identitätsdiebstahl“ aus, Ihr Vorgang wird dann gesondert bearbeitet. 

Gegen einen eventuellen Mahnbescheid muss innerhalb von zwei Wochen ab Zustellung Widerspruch eingelegt werden. Informieren Sie auch alle, die glauben, dass Sie Ihnen Geld schulden: Internet-Händler, Auktionsplattformen oder Mobilfunkunternehmen. Sagen Sie bei Ihrer Bank Bescheid und bei der Schufa, die die Kreditwürdigkeit von Verbrauchern bewertet. Hierzu gibt ein eigenes Schufa-Formular

 

2. Erstatten Sie Anzeige 

Zeigen Sie die Betrüger bei der Polizei wegen Datenmissbrauchs an, entweder vor Ort oder online bei der Internetwache. Paigo sendet Ihnen dazu auf Wunsch auch ein vorausgefülltes Anzeigenformular zu. Dieses enthält eine Bestätigung des Identitätsdiebstahls mit Ihrem persönlichen Aktenzeichen. 

 

3. Sperren Sie Ihre Zugangsdaten 

Wurde für den Betrug Benutzerkonten benutzt, sperren Sie diese Zugänge so schnell wie möglich telefonisch oder online. Auf den Webseiten der Firmen finden Sie die Hotline-Nummern, viele sind 24 Stunden die ganze Woche lang besetzt. 

 

4. Ändern Sie Ihre Passwörter 

Wechseln Sie Ihre Passwörter im Internet – im Zweifel am besten gleich auch die der noch nicht betroffenen Dienste. Nutzen Sie längere, starke Passwörter mit Zahlen und Sonderzeichen, solche, die nicht in Wörterbüchern stehen. Überlegen Sie sich beispielsweise einen Satz und nehmen Sie von diesem nur die Anfangsbuchstaben. Benutzen Sie verschiedene Passwörter, als doppelte Sicherheit die Zwei-Faktor-Authentifizierung oder einen Passwort-Manager. 

 

5. Beugen Sie vor 

Überlegen Sie, woher die Kriminellen ihre Daten haben könnten und versuchen Sie, zukünftig nicht in deren Fallen zu tappen. Klicken Sie nicht auf Links, deren Absender Ihnen komisch vorkommen. 

 

6. Sagen Sie Ihren Freunden Bescheid  

Klären Sie auch Freunde und Bekannten auf, dass Sie Opfer einer Straftat geworden sind, denn wenn Ihre E-Mail-Zugangsdaten erbeutet worden sind, kann es sein, dass sich bei ihnen jemand unter Ihrem Namen meldet und sie unter einem Vorwand um Geld bittet. 

 

7. Holen Sie sich Hilfe 

Auch die Verbraucherzentralen Ihres Bundeslandes helfen Ihnen, manchmal gegen eine geringe Gebühr, in ihren Sprechstunden, per E-Mail und am Telefon. Sie finden Sie Adressen der für Ihr Bundesland zuständigen Verbraucherorganisation im Internet. 

 

8. Prüfen Sie alle Schreiben vor Zahlung 

Sollten Sie ein Schreiben von Paigo bekommen haben, prüfen Sie zudem, ob dieses wirklich von uns ist – und dass es nicht von Betrügern gefälscht wurde. Es gibt nämlich auch Inkasso-Betrug. Unseriöse Inkassobüros, Anwaltskanzleien oder Betrüger, erfinden einfach Forderungen, die Sie bezahlen sollen. Nehmen Sie dazu gerne Kontakt mit uns auf. Oder geben Sie das auf dem Schreiben angegebene Aktenzeichen einfach auf unserer Webseite unter www.paigo.com ein. 

 

9. Seriöse Unternehmen sind zugelassen 

Und fallen Sie nicht auf unseriöse Inkasso-Unternehmen rein. Alle Inkassounternehmen in Deutschland müssen sich bei den Behörden registrieren und zugelassen sein. Im Rechtsdienstleistungsregister erfahren Sie, welche Firmen dies sind. Hier finden Sie mehr dazu: https://paigo.com/de-de/faq/sicherheit-und-datenschutz-bei-paigo/wieso-…

 

Um einem Betrugsfall mit gestohlener Identität zuvorzukommen, arbeitet Paigo intensiv an intelligenten Frühwarnsystemen. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz und Algorithmen versuchen wir, bereits vor dem Versand eines Inkassoschreiben einen Fall von Identitätsbetrug zu erkennen. „Wir prüfen deswegen alle unsere Forderungen vorab genau, liefern uns aber oft ein Katz- und Maus-Spiel mit den Betrügern“, sagt Hendrik Finke, Bereichsleiter Operations bei Paigo, „Mal liegt die eine Seite vorne, mal die andere.“