Bei Depression: So regeln Sie Ihre Finanzen

Etwa jeder fünfte Mensch in Deutschland leidet im Laufe seines Lebens an einer Depression. Die Krankheit erschwert es Betroffenen oft, ihren Alltag und ihre finanziellen Angelegenheiten zu bewältigen. Was Sie tun können, um bei einer Depression den Überblick über Ihre Finanzen zu bewahren.

Wer an einer Depression leidet, kann schnell in die Schulden rutschen. Kümmern Sie sich deshalb unbedingt rechtzeitig um Ihre Finanzen. Im besten Fall kann Ihnen dadurch eine weitere Last von den Schultern genommen werden.  
 

Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen

Zunächst gilt es, die Gesundheit in den Fokus zu nehmen. Viele Menschen wissen gar nicht, dass sie an einer Depression erkrankt sind. Doch je früher Sie eine Depression identifizieren und behandeln, desto besser. Mit der Zeit kann sich sonst das Gefühl, es gäbe keinen Ausweg mehr, festsetzen. Zu den ersten Anzeichen einer Erkrankung gehören:

  • anhaltende gedrückte Stimmung
  • kaum Interesse und Freude
  • Energiemangel und Müdigkeit

Ihr Hausarzt und Fachärzte, wie zum Beispiel Psychotherapeuten sind die richtigen Ansprechpartner, um den Beginn einer Depression zu diagnostizieren und therapieren.  
Die Deutsche Depressionshilfe listet dafür Kontaktadressen. Sie hilft aber auch Betroffenen und Angehörigen mit wertvollen Tipps für den Alltag und bietet einen kostenlosen Test für die Eigendiagnose an.

 

In einer Studie der Universität Mainz aus dem Jahr 2008 gaben acht von zehn überschuldeten Personen an, an einer Krankheit zu leiden. Psychische Erkrankungen wie Angstzustände, Depressionen und Psychosen wurden am häufigsten genannt (40,5 Prozent).

Auf Einkommenseinbußen reagieren

Fallen Sie im Job langfristig aus oder arbeiten nun in Teilzeit, müssen Sie mit Einkommenseinbußen rechnen. Prüfen Sie, ob Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen haben und beantragen Sie gegebenenfalls die Leistung Ihres Versicherers.

Wer unter einer Depression leidet, ist oft antriebslos, unkonzentriert und vergesslich. Doch wer regelmäßig Rechnungen nicht zahlt, dem können Lohn, Konto oder sogar die Wohnung gepfändet werden. Lassen Sie deshalb regelmäßige Ausgaben per Lastschrift oder Dauerauftrag begleichen. Besonders wichtig sind die folgenden Überweisungen: 

  • Monatliche Miete
  • Strom/Gas und Wasser
  • Krankenkassenbeiträge
  • Steuerschulden

Angehörige einbeziehen

Lassen Sie sich von Ihrem sozialen Umfeld beim Ausfüllen von Formularen, dem Schreiben von Briefen und sortieren von Rechnungen helfen, damit der Überblick nicht verloren geht. Falls Sie eine nahestehende Person in Geldangelegenheiten vertreten soll, braucht diese von Ihnen eine Vollmacht. Das Bundesverbraucherministerium stellt ein Muster zur Verfügung. Banken und Sparkassen benötigen in der Regel für jedes Konto eine Vollmacht auf einem von ihnen herausgegebenen Formular. Bei Immobiliengeschäften wie Wohnungsverkäufen kann eine notariell beurkundete Vollmacht notwendig sein.

Rechtliche Betreuung

Liegt keine Vorsorgevollmacht vor und fehlt es der erkrankten Person an Hilfe bei ihren Angelegenheiten, kann ein Betreuungsgericht je nach Schwere der psychischen Erkrankung eine rechtliche Betreuerin oder einen rechtlichen Betreuer bestellen. Diese Person unterstützt bei jenen Aufgaben, die die oder der Betroffene nicht eigenständig bewältigen kann. Die oder der Erkrankte kann die rechtliche Betreuung selbst beantragen. Auch Dritte, etwa Angehörige, können sie veranlassen. Das Bundesverbraucherministerium informiert in einer Broschüre über die rechtliche Betreuung.

Schuldnerberatung kontaktieren

Ein wichtiger Schritt ist auch der Gang zur Schuldnerberatung. Das ist halb so schlimm wie es sich anhört. Schuldnerberatungen helfen nicht nur bei (drohender) Überschuldung und zeigen Lösungswege auf – sie vermitteln auch psychosoziale Hilfsangebote. Lesen Sie in diesem Beitrag, wie Sie eine Schuldnerberatungsstelle in Ihrer Nähe finden.

 

Das ist wichtig

1. die Depression erkennen und behandeln

2. sich Hilfe holen: bei Angehörigen und Freunden, Ärzten, Hilfsvereinigungen, Schuldnerberatungsstellen

3. finanzielle und organisatorische Vorsorge treffen für den Fall längerer Krankheit