Wie buche ich jetzt meinen Urlaub?

Beim Buchen von Reisen kann man aktuell viel falsch machen und viel Geld verlieren. Und keiner weiß genau, welche Regeln im Sommer gelten – oder auch nur in zwei Wochen. Damit man seinem Geld nicht hinterherlaufen muss, wenn die Reise nicht stattgefunden hat, gilt es einiges zu beachten. Alles zu Stornierungen und Sonderregelungen während der Corona-Pandemie.

Endlich wieder in den Urlaub fahren. Das wünschen sich viele. Während die Bundesregierung derzeit immer noch von nicht zwingend notwendige Reisen abrät und über 160 Staaten als Corona-Risikogebiete gelten, ist das Ende der Pandemie bereits in Sicht. Dank der immer weiter zunehmenden Impfungen. 

Gutscheine oder Geld zurück

Die rechtlichen Regeln für Rückzahlungen waren eigentlich auch schon zu Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 klar. Fällt eine Pauschalreise (verschiedene Reiseleistungen als Gesamtpaket) aus, muss der Veranstalter den Reisepreis innerhalb der gesetzlichen Frist von 14 Tagen zurückerstatten. Doch bis heute warten noch sehr viele Kunden auf ihr Geld. Einige Unternehmen bieten für ausgefallene Pauschalreisen staatlich abgesicherte Gutscheine an, diese muss aber kein Kunde annehmen. Wer den Gutschein bis Ende 2021 nicht einlöst, erhält danach innerhalb von 14 Tagen sein Geld zurück. So das Versprechen.

Verbraucherorganisationen fordern daher, dass Reisen erst zu dem Zeitpunkt bezahlt werden müssen, wenn sie angetreten werden. Vorauszahlungen würden damit nicht mehr nötig sein. Doch mit dieser Forderung konnten sie sich bislang nicht durchsetzen.

Sichern Sie sich deswegen bei Zahlungen ab: Zahlen Sie Reisen am besten mit Kreditkarte, denn hier gibt es das „Chargeback“-Verfahren. Wenn die Reise ausfällt, und der Anbieter nicht rechtzeitig zurückzahlt, können Sie sich innerhalb von 120 Tagen das Geld via Hausbank von Mastercard oder Visa zurückholen. Zunächst müssen Sie es aber selbst beim Reiseanbieter versucht haben. Es bleibt letztlich eine Ermessensentscheidung der Kreditkartenanbieter – hat aber in vielen Fällen sehr gut funktioniert.  Auch PayPal bietet über den „Paypal-Käuferschutz“ eine ähnliche Absicherung nach der Buchung an. 

Besser pauschal buchen

Außerdem sollte man wissen: Pauschalreisende sind besser abgesichert als Individualreisende. Erstere erhalten für die Zahlungen einen Reisesicherungsschein, der Zahlungen auch bei Insolvenz des Veranstalters garantiert. Bei Flugreisen ist es ratsam, bei den Fluggesellschaften direkt zu buchen und nicht über Online-Vermittler. So verfügen die Gesellschaften selbst über ihre Daten, und die Unternehmen können sich die Verantwortung für die Rückzahlung nicht untereinander hin und her schieben. Auch das Reisebüro vor Ort kann hier seine Stärken ausspielen.

Leider ist es schwierig vorherzusagen, welche Unternehmen für Buchungen während der Corona-Pandemie empfehlenswerter sind als andere. Auch Firmen mit bislang tadellosem Ruf haben ihre automatischen Rückzahlungssysteme einfach abgeschaltet. Einige Unternehmen sind für Ihre Kunden seit März 2020 gar nicht mehr erreichbar.  
Das Fluggastrechteportal “Fairplane” hat die Kostenrückerstattung von stornierten Flügen ausgewertet. Besonders schlecht schnitten Laudamotion, Eurowings und Swiss ab, es folgten Condor und Ryanair. Es stimmt natürlich, dass eine Pandemie diesen Ausmaßes eine Ausnahmesituation für alle ist.

Sonderregelungen für Stornierungen 

Viele Reiseveranstalter bieten für Buchungen derzeit Sonderregelungen für Stornierungen an, damit überhaupt noch Kunden buchen. Diese sollte man sich aber sehr genau durchlesen. Auch wenn man bis zu zwei Wochen vor Reisebeginn kostenlos umbuchen kann: Auch in 14 Tagen kann viel passieren. Umbuchungen sind meistens auch nicht beliebig oft und nicht zum selben Preis möglich, höhere Preise, die später gelten, sind dann zu bezahlen.

Manche Veranstalter bieten aktuell umfangreiche Zusatz-Versicherungen an, die anfallende Hotelkosten im Isolations- oder Quarantänefall, Rückreisekosten bei Verweigerung der Beförderung am Tag der Rückreise und Rückerstattungen von eventuell nicht stattgefundenen Reiseleistungen übernehmen wollen. 

Reisende sollten stets die aktuellen Reisewarnungen für ihre Wunschzielländer beachten. 
Reisen außerhalb Deutschlands sind aber auch jetzt nicht generell verboten. Man muss aber auf die sich ständig ändernden Inzidenzen und Länderregeln achten. Oft braucht man zur Einreise (und vor der Rückreise) einen negativen Corona-Test. Ansonsten droht im Urlaubsland Quarantäne, die teuer werden kann, weil man sich im Reiseland auf eigene Kosten in ein Quarantäne-Hotel einquartieren muss. Auch zurück in Deutschland kann Quarantäne drohen. Nicht jeder Arbeitgeber hat dafür Verständnis.

Verbraucherorganisationen helfen weiter

Wenn Ihre Reise nicht stattgefunden hat, Sie aber das Geld möglichst schnell zurückbekommen wollen, helfen Ihnen Verbraucherorganisationen und Schlichtungsstellen weiter. Kostenlose Hilfe bieten die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr e.V und die Universalschlichtungsstelle des Bundes.

Ansonsten raten Politiker und viele Virologen derzeit immer noch zum Sommerurlaub in Deutschland, natürlich auch erst, sobald die Corona-Zahlen zurück gegangen und Hotelübernachtungen wieder möglich sind. Vorteile: Im Falle einer Erkrankung steht Ihnen das deutsche Gesundheitssystem zur Verfügung, lange Rückreisen und auch die Sprachbarriere entfallen.

Alle hoffen, dass die Impfungen bald so erfolgreich sind, dass Ratgeber wie diese nicht mehr notwendig sind und man sich wie früher, ohne große Vorbereitung, am Strand oder in den Bergen erholen kann.