Was ist ein
Vollstreckungsbescheid?

Sie haben einen Vollstreckungsbescheid erhalten. Jetzt sind die Sorgen so groß wie auch die Fragen: Was bedeutet das für mich? Hier erklären wir, was ein Vollstreckungsbescheid ist, wie es dazu kommen konnte und was jetzt zu tun ist.

Inhalt: Das Wichtigste im Überblick:
Was versteht man unter einem Vollstreckungsbescheid?
  • Ein Vollstreckungsbescheid ist ein gerichtliches Dokument, mit dem Ihr Hab und Gut gepfändet werden kann.
Warum bekommt man einen Vollstreckungsbescheid?
  • Sie haben eine Forderung nicht bezahlt und den gerichtlichen Mahnbescheid ignoriert.
Was mache ich, wenn ich einen Vollstreckungsbescheid bekommen habe?
  • Prüfen und zahlen Sie die Forderung – oder legen Sie Einspruch ein, falls ein Irrtum vorliegt.
Was passiert, wenn ich einen Vollstreckungsbescheid nicht bezahle?
  • Sie riskieren damit, dass Ihre Konten und Wertgegenstände gepfändet werden. 

 

1. Der Vollstreckungsbescheid: Was ist das?

Ein Vollstreckungsbescheid ist ein sogenannter Vollstreckungstitel – das ist der Startschuss in die Zwangsvollstreckung.

2. Warum bekommt man einen Vollstreckungsbescheid?

Bevor es zum Vollstreckungsbescheid kommt, muss bereits eine ganze Menge passiert sein: Bezahlt der Verbraucher einer Forderung nicht, kann der Gläubiger bei Gericht einen sogenannten Mahnbescheid beantragen. Dieser Mahnbescheid wird dem Verbraucher zugestellt. Wenn er innerhalb von zwei Wochen keinen Widerspruch gegen diesen Mahnbescheid einlegt, kann der Gläubiger einen Vollstreckungsbescheid beantragen. Hierfür hat er sechs Monate Zeit – gerechnet ab dem Datum der Zustellung des Mahnbescheids. Genau wie der Mahnbescheid wird auch der Vollstreckungsbescheid dem Verbraucher zugestellt.

 

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3. Wer stellt einen Vollstreckungsbescheid zu?

Die Zustellung des Vollstreckungsbescheids erfolgt durch das Amtsgericht. Der Bescheid wird stets per Post oder von einem Gerichtsvollzieher zugestellt.

4. Was mache ich, wenn ich einen Vollstreckungsbescheid bekommen habe?

Prüfen Sie, ob Sie die Forderung im Vollstreckungsbescheid tatsächlich jemandem schulden. Wenn das der Fall ist, bezahlen Sie die Forderung – oder setzen Sie sich mit dem Gläubiger in Verbindung, um eine Zahlung zu vereinbaren.

Selbst wenn Sie die Summe nicht sofort bezahlen können: Es ist trotzdem wichtig, Kontakt aufzunehmen und die Angelegenheit zu klären. Ignorieren oder den Kopf in den Sand stecken hilft in diesem Fall nicht. Andernfalls droht Ihnen die Zwangsvollstreckung – Ihr Hab und Gut könnte gepfändet werden.

Wenn Sie der Meinung sind, dass Sie die Forderung nicht bezahlen müssen, können Sie innerhalb von 14 Tagen ab Zustellung des Bescheids Einspruch einlegen. In diesem Fall findet eine Gerichtsverhandlung statt und das Gericht entscheidet dann, ob die Forderung gerechtfertigt ist oder nicht. Bevor Sie diesen Schritt wirklich gehen: Prüfen Sie genau in Ihren Unterlagen, ob die angemahnte Forderung tatsächlich nicht berechtigt ist. Auch beim Gericht entstehen wiederum Kosten, die Sie dann zusätzlich tragen müssen, wenn es zu einer Verurteilung kommt.

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Legen Sie innerhalb von 14 Tagen keinen Einspruch ein, wird der Vollstreckungsbescheid rechtskräftig. Sie können dann die Forderung nicht mehr anfechten.

5. Wie lange ist ein Vollstreckungsbescheid gültig? Und wie lange dauert es bis zur Vollstreckung?

Ein Vollstreckungsbescheid ist mindestens 30 Jahre gültig – das bedeutet: Gläubiger können mithilfe dieses Bescheids 30 Jahre lang die Zwangsvollstreckung ausüben und so Geld von Ihnen einfordern.

6. Was passiert, wenn man nach dem Vollstreckungsbescheid nicht zahlt?

Dann droht der Besuch des Gerichtsvollziehers – mitsamt Pfändung Ihrer Wertgegenstände. Der Gläubiger kann auch Konten oder sogar Einkommen aus Arbeit und Rente pfänden lassen. Falls Sie Immobilien besitzen, können diese zwangsversteigert werden. Denn der Vollstreckungsbescheid gibt Gläubigern umfangreiche Rechte, um das noch ausstehende Geld zu erhalten.

7. Welches Gericht ist für einen Vollstreckungsbescheid zuständig?

Für das Mahnverfahren sind ausschließlich Amtsgerichte zuständig, unabhängig vom Streitwert. Für jedes Bundesland ist ein zentrales Mahngericht eingerichtet.

8. Wann ist ein Vollstreckungsbescheid rechtsgültig?

Wenn Sie innerhalb von 14 Tagen ab Zustellung des Vollstreckungsbescheids keinen Einspruch einlegen, wird dieser rechtskräftig. Das bedeutet:

  • dass die Forderung gerichtlich festgestellt ist,
  • dass Sie dann keinen Einspruch mehr einlegen und damit keine Einwände gegen die Forderung erheben können.
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Kurz: Es führt dann kein Weg daran vorbei, dass Sie die Forderung bezahlen müssen.

Der Vollstreckungsbescheid wurde nicht korrekt zugestellt oder Sie haben die 14-Tages-Frist ohne eigene Schuld versäumt? In diesem Fall ist es ratsam, sich anwaltliche Hilfe zu suchen.

9. Fazit

Der Vollstreckungsbescheid gibt Gläubigern die Möglichkeit, das noch ausstehende Geld zu bekommen – er kann Ihre Wertsachen oder z.B. auch Ihre Konten pfänden lassen. Und das mindestens 30 Jahre lang.

Bevor es zum Vollstreckungsbescheid kommt, haben Sie mehrere Gelegenheiten zur Reaktion. Lassen Sie es also nicht so weit kommen! Sollten Sie bereits einen Vollstreckungsbescheid erhalten haben, haben sie ab Zustellung 14 Tage Zeit, um Einspruch einzulegen. In diesem Fall folgt eine Gerichtsverhandlung.

Wenn Sie die Einspruchsfrist ohne eigene Schuld versäumt haben, wenden Sie sich am besten an einen Anwalt.

10. Was macht Paigo bei einem Vollstreckungsbescheid?

Wir bei Paigo sind stets an einer Lösung interessiert, die allen Seiten weiterhilft. Der Vollstreckungsbescheid ist für uns der letzte Ausweg, die Forderung zu sichern, falls wir uns nicht einigen sollten. Wir möchten Ihnen diese unangenehmen Schritte lieber ersparen und hoffen, dass wir schon vorher eine gute Lösung für beide Seiten finden – für Gläubiger wie für Sie als Verbraucher.