What is a self-report?

„Für den Vertragsschluss benötigen wir noch eine aktuelle Selbstauskunft von Ihnen“ – das ist oftmals der erste Kontakt mit dem Begriff „Selbstauskunft“. Was bedeutet das für Sie als Verbraucher? Was ist eine Selbstauskunft? Was steht in der Selbstauskunft? Was kostet eine Selbstauskunft? Was passiert mit meinen Daten? Worauf muss ich achten? Fragen über Fragen.

Wir klären die wichtigsten Punkte zum Thema Selbstauskunft für Sie.

Inhalt: Das Wichtigste im Überblick:
Was ist eine Selbstauskunft?
  • Die Selbstauskunft ist eine „Datensammlung“, die Informationen zu Ihren persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen wiedergibt. Die Selbstauskunft ist von einer Bonitätsauskunft zu unterscheiden.
Was steht in der Selbstauskunft?
  • Als Verbraucher können Sie mittels einer Selbstauskunft schnell und unkompliziert einen Überblick über die eigene finanzielle Situation gewinnen.
Die Selbstauskunft für Dritte
  • Für Vertragspartner ist die Selbstauskunft wichtig, um das finanzielle Ausfallrisiko einschätzen zu können.
Was kostet eine Selbstauskunft?
  • Einmal jährlich erhalten Sie bei den Auskunfteien eine Selbstauskunft kostenlos.

Was ist eine Selbstauskunft? | Definition

Die Selbstauskunft ist eine im Finanzwesen absolut gängige „Datensammlung“, die Ihre eigenen persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse auf einen Blick zusammenfasst. Sie wird zum Beispiel gerne von Versicherungen, Kreditgebern, Vermietern oder Providern (also Telekommunikationsunternehmen) genutzt, um über einen Vertragsschluss mit Ihnen zu entscheiden. Denn anhand der dort aufgeführten Daten können Ihre Zahlungsmoral und ein eventuell damit einhergehendes finanzielles Ausfallrisiko eingeschätzt werden.

Bei allzu persönlichen Fragen sollten Sie als Verbraucher allerdings vorsichtig sein – angehende Vertragspartner dürfen nicht wahllos jedes Detail Ihres Privatlebens erfragen. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter „Was steht in einer Selbstauskunft?“

Die Arten der Selbstauskunft

Beim Thema Selbstauskunft werden oft ganz unterschiedliche Dinge in einen Topf geworfen.

Es gibt die Selbstauskunft, die man selbst über sich erteilt. So bekommen Sie vielleicht von einem zukünftigen Kreditgeber oder Vermieter ein Formular „Selbstauskunft“ vorgelegt, in dem Sie Fragen beantworten und all Ihre Daten eintragen sollen. Der Fragebogen wird Ihnen vor Vertragsabschluss ausgehändigt und ist eine wichtige Orientierungshilfe für Ihren potenziellen Vertragspartner, ob er womöglich ein finanzielles Risiko eingeht oder nicht.

Es gibt aber auch die Selbstauskunft, die man über die eigenen gespeicherten Daten einholt, beispielsweise bei einer Auskunftei. Die Auskunfteien speichern sämtliche Daten zu Ihrer Person, die sie von Banken, Kreditgebern oder anderen Vertragspartnern, wie beispielsweise Providern, übermittelt bekommen.

Wo ist der Unterschied zur Bonitätsauskunft?

Eine Bonitätsauskunft ist weniger detailliert als eine Selbstauskunft und kann in verkürzter Form auch von Dritten eingesehen werden – zum Beispiel von Banken bei einer Kreditabfrage. Letztendlich dienen aber Selbstauskunft wie Bonitätsauskunft gleichermaßen dazu, einem potenziellen Vertragspartner in einem anstehenden Finanzgeschäft zu zeigen, wie es um Ihr Zahlungsverhalten bzw. Ihre Kreditwürdigkeit steht – also um Ihre Bonität.

Was steht in der Selbstauskunft?

Die Selbstauskunft erfasst Daten zu Ihrer persönlichen und finanziellen Situation.

Zur Darstellung Ihrer persönlichen Situation werden Name, Vorname, Geburtsdatum, Familienstand, Wohnsitz, Güterstand und etwa die Anzahl der Familienangehörigen angegeben.

Zur Darstellung Ihrer wirtschaftlichen Situation gehören die Angaben zu Beruf, Arbeitgeber, Einkommen und Ausgaben, Vermögen wie beispielsweise Bankguthaben, Lebensversicherungen oder Grundeigentum sowie Schulden bzw. Zahlungsrückstände, übernommene Haftungen wie beispielsweise Bürgschaften und die eigene Bankverbindung.

Die Selbstauskunft für Dritte

Unterschiedliche Unternehmen sammeln und speichern im alltäglichen Wirtschaftsleben eine Vielzahl an Daten über Sie als Kunden. Das ist für Unternehmen wichtig, um das Risiko eines Zahlungsausfalls möglichst klein zu halten. Daher sollten Sie als Verbraucher bewusst darauf achten, welche Daten Sie wem preisgeben. Beim Erteilen einer Selbstauskunft sollten Sie daher genau beachten, wer welche Fragen stellt:

Ein Kreditgeber darf sich durchaus über Ihre Vermögensverhältnisse informieren, zum Beispiel ob Sie im Besitz einer Immobilie sind oder über Mieteinnahmen verfügen. Möchten Sie hingegen ein Objekt mieten, brauchen Sie keine detaillierten Auskünfte darüber zu geben. Bei der Selbstauskunft für einen zukünftigen Vermieter reicht es völlig aus, Ihr Netto-Einkommen darzulegen. Vermieter können dafür nach persönlichen Informationen fragen - wie der Haltung von Haustieren oder der geplanten Nutzung des Mietobjekts.

Was erlaubt ist und warum die Erteilung einer Selbstauskunft notwendig sein kann, erklären wir Ihnen hier:

Selbstauskunft für Mieter

Ihr Vermieter hat ein berechtigtes Interesse, Ihre wirtschaftliche Situation samt Zahlungsmoral einschätzen zu können. Um zu entscheiden, ob Sie als Mieter geeignet sind, ist die sogenannte Mieter-Selbstauskunft ein wichtiger Baustein. Mit der Mieter-Selbstauskunft erhält Ihr Vermieter ganz leicht einen Überblick über die finanzielle Situation der verschiedenen Bewerber. Vermieter werden Sie zu persönlichen wie finanziellen Dingen befragen. Das bedeutet aber nicht, dass Sie Vermietern alles über sich erzählen müssen.

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Vermieter haben keinen gesetzlichen Anspruch auf eine (Mieter-) Selbstauskunft. Allerdings dürfte die Vorlage Ihrer Mieter-Selbstauskunft die Wahrscheinlichkeit, die betreffende Wohnung zu bekommen, drastisch steigern.

Selbstauskunft für Banken und Kreditgeber

Banken und Kreditgeber holen für die Bonitätsprüfung üblicherweise eine Bonitätsauskunft bei einer Auskunftei ein, um sich einen Überblick über Ihre finanzielle Situation zu verschaffen. Dafür wird Ihre Einwilligung benötigt. In der Bonitätsauskunft werden Informationen zu Einkommensquellen, zum Vermögen und zu Ausgaben aufgeführt. Das bedeutet aber nicht, dass Banken über jedes Ihrer Shopping-Erlebnisse informiert werden, sehr wohl aber über die Rückzahlung von Krediten oder überfällige Zahlungen – und natürlich darüber, wofür Sie den Kredit benötigen.

Verlangt ein Kreditgeber eine sehr schlanke Selbstauskunft und keine Einverständniserklärung zur Bonitätsprüfung, ist Vorsicht geboten. Es könnte ein unseriöses Kreditunternehmen dahinterstecken, das bei näherer Betrachtung womöglich Wucherpreise oder versteckte Hürden im Kleingedruckten aufweist.

Folgende Daten dürfen in der Selbstauskunft stehen

Zulässig in der Selbstauskunft sind Themen wie …

Unzulässig in der Selbstauskunft sind Themen wie …

  • Name
  • Geburtsdatum und -ort
  • Adresse
  • Familienstand
  • Anzahl der Kinder
  • Nettoeinkommen
  • Vermögens-Verhältnisse
  • Forderungen von Dritten
  • Bankverbindung
  • Gerichtliche Eintragungen (z.B. Insolvenz)
  • Lebensführung (z.B. Ernährung)
  • Familienplanung/Schwangerschaft
  • Politische Gesinnung
  • Religions-Zugehörigkeit
  • Hobbys
  • Körperliche Beeinträchtigungen / Schwerbehinderung

Was kostet eine Selbstauskunft?

Einmal jährlich steht Ihnen als Verbraucher nach Artikel 15 EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) je Auskunftei eine kostenlose Selbstauskunft zu. Jede weitere Selbstauskunft im Laufe des Kalenderjahres wäre dann allerdings kostenpflichtig. Hier dürfen die Auskunfteien „ein angemessenes Entgelt auf Grundlage der Verwaltungskosten“ verlangen, da es sich dabei um eine Dienstleistung der Auskunfteien für Sie als Verbraucher handelt. Auskunfteien sind – wie häufig fälschlicherweise angenommen wird – keine staatlichen Behörden, sondern Wirtschaftsunternehmen. Sie bieten mittlerweile ein umfangreiches Spektrum an: von der Online-Selbstauskunft über die Mieter-Selbstauskunft bis hin zur „klassischen“ Papier-Selbstauskunft per Post ist einiges dabei. Je nachdem, welchen Service Sie bei der Auskunftei wählen, kann es daher zu unterschiedlichen Kosten für Sie kommen.

Wer eine Selbstauskunft beantragen möchte, kann sich ganz unproblematisch direkt an eine der Auskunfteien wenden. Auch bei der Arvato Financial Solutions, zu der die Paigo GmbH gehört, gibt es eine Auskunftei – die infoscore Consumer Data GmbH. Die bekannteste Auskunftei ist allerdings nach wie vor die Schufa Holding AG. Weswegen eine Selbstauskunft umgangssprachlich meist einfach „Schufa“ genannt wird – obwohl die Informationen oftmals von anderen Auskunfteien stammen, wie beispielsweise der Creditreform Boniversum GmbH, der CRIF Bürgel GmbH oder der eben bereits erwähnten infoscore Consumer Data GmbH.

Fazit

Wenn Sie schnell und unkompliziert einen Überblick über Ihre gespeicherten Daten gewinnen möchten, ist es empfehlenswert, Ihr Recht auf die – einmal jährlich kostenlose – Selbstauskunft in Anspruch zu nehmen. So können Sie sich auf Nachfragen von potenziellen Vertragspartnern gezielt vorbereiten oder sogar Schwachpunkte in Ihrer Selbstauskunft vor einem geplanten Vertragsabschluss rechtzeitig aus dem Weg räumen.